Ich rannte. Einfach nur weg. Das Blut klebte noch an meinen Händen, in den Fensterscheiben der schäbigen Häuser an denen ich vorüberlief konnte ich erkennen, das es selbst in meinem Gesicht klebte, an meiner Jacke, überall. Es war überall. Der Nektar meiner Schuld. Ich wollte das nicht tun, ich wollte es nicht. Doch es ging nicht anders.
Diese Angst, dieses Flehen. Es war schrecklich, es war befreiend, es war schön.
NEIN, es war grausam, ich bin ein Untier, ein Monster.
Plötzlich stand er vor mir, dieser bleiche Mann in Dunklen Gewändern. Er starrte mich an. Ich wich zurück.
„Darf ich mich vorstellen“ sagte er mit düsterer, ruhiger Stimme. „Ich bin Hardragast“
„Nein, geh weg“ rief ich, und machte ein paar schritte zurück.
„Ich weiß was Du getan hast“ er blickte mich durchdringlich an. Ein Windstoss ließ seine langen Haare wehen, und aus heiterem Himmel setzte ein Gewitter ein.
Ich zuckte zusammen bei den plötzlichen, grellen Blitzen. Im Licht der Blitze schien es als würde der Himmel hinter ihm brennen.
„Ich kann dir deine Schuld nehmen“. Er streckte mir die Hand entgegen. Sollte ich mitgehen? „Ja, du musst“ flüsterte jemand hinter meiner Stirn.
Vorsichtig streckte ich ihm die Hand entgegen. Ein Wirbel erfasste mich. Ich wurde hinfprtgerissen, alles begann sich zu drehen. Die Flammen des Himmels ergriffen mich und schleuderten mich in wilden Kreisen um den Fremden, der in diesem Sturm stand wie ein Fels in der Brandung.
Als der Sturm nachlies stand ich mit dem Dunklen vor einem Altertümlichen Tor, welches in ein Mittelalterliches Gebäude führte. Mit einer Handbewegung des Dunklen öffnete sich das Tor, und dahinter eröffnete sich eine Große Halle voller Bücher. Ich hörte das schreien und wimmern von Hundertern. Ich wollte fliehen, doch es ging nicht, irgendetwas hielt mich.
„Willst du von deiner Schuld erlöst werden?“ fragte der Dunkle. „Ja, das will ich“, zögerte ich.
Er geleitete mich eine große Treppe hinunter ie in den riesigen Saal führte. Als wir unten ankahmen stockte mir der Atem. Ein Langer Gang führte an den Regalen vorbei, bis zu einem Rondell in der Mitte des Raumes.
Dort lag ein Mann. Blutüberströmt und von kleinen rostigen Nadeln durchstochen, vor Schmerzen wimmernd. Ein Dunkler, schattiger Strahl floß/schwebte von seinem Kopf zu einem aufgeklappten Buch, das auf einem Altar Hinter ihm lag. Der schattige Strahl war kein Licht, aber auch kein Gas, sondern eine seltsame Substanz die direkt aus der Hölle kommen musste.
Das Buch leuchtete mit jedem Schub der schattigen Substanz, die es von dem gequälten aufnahm. 3 Männer in schwarzen Roben mit über das Gesicht gestülpter Kapuze standen um den Mann, und quälten ihn weiter mit heißen Eisen und scharfen Messern. Instinktiv drehte ich mich weg. Zu grausam war es, was ich sah. Doch auf irgendeine kranke Weise auch Süß und verführerisch.
Der Dunkle drehte sich zu mir, streckte den Arm präsentierend zu dem gequälten und fragte mich „Soll ich dir deine Schuld nehmen? Entscheide dich oder sei auf immer verdammt!“.
Ich drehte mich im Kreis, ich wusste nicht was ich tuen soll. Meine Schuld war Groß und ich war mir sicher, das ich nicht mit ihr Leben konnte, aber das…das hier war schrecklich. Am Rande der Großen Halle sah ich hunderte vergitterte Türen, hinter denen ich weitere Schmerzensschreie hörte. Das Buch auf dem Altar fing an zu pulsieren. Einer der Männer in Roben nahm es vom Altar, und stellte es in ein Regal mit weiteren Pulsierenden Büchern, während ein anderer ein neues „Totes“ Buch aus einem anderen Regal holte.
Ich sah die Bilder meiner Tat, wieder und wieder. Wie Blitze schlugen sie auf mich ein, wieder und wieder. Ich ging in die Knie, vergrub meinen Kopf in meinem Schoß.
„Jaaa“ schrie ich, „befreit mich, befreit mich von meiner Schuld“.
….
Am nächsten Morgen ließen Sie mich gehen. Sie haben meine Schuld ausgelöscht. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was ich getan habe. Ich habe keine Gewissensbisse nur die Tiefen Narben auf meinem Körper werden mich immer an diese Nacht erinnern. Und der Dunkle, den ich jede Nacht in meinen Träumen sehe. Den Himmel brennend und den Ketten an denen ich hing, als sie meine Schuld nahmen.